Magen-Darmerkrankungen

 

Erkrankungen des Verdauungstraktes treten in ganz unterschiedlichen Formen auf. Sie können sich in Ursache, Beschwerdebild und Behandlung mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden.

Am oberen Gastrointestinaltrakt dominieren säurebedingte Erkrankungen, wie die Refluxösophagitis (Sodbrennen), Gastritiden, Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre, sowie funktionelle Erkrankungen wie Reizmagen, Dyspepsien und Dysphagien (Schluckstörung).

Das Magenkarzinom ist in Deutschland vergleichsweise selten.

Am unteren Gastrointestinaltrakt beherrschen Verstopfung, Durchfall und Blähungen das Beschwerdebild.

Neben funktionellen Erkrankungen (Reizdarm) sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) eine diagnostische und therapeutische Herausforderung für den Gastroenterologen.

Colonpolypen und das Colonkarzinom treten häufig auf und werden unter dem Absatz Coloskopie abgehandelt.


Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago- Gastroduodenoskopie)

Unterschiedlichste Symptome und Beschwerden wie Blutverlust, Gewichtsverlust, Schluckstörungen, Magenbeschwerden, Sodbrennen und viele andere können auf eine Erkrankung des oberen Gastrointestinal-Traktes (Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm, oberes Duodenum) zurückzuführen sein. Goldstandard der Diagnostik auf diesem Gebiet ist die Spiegelung von Speiseröhre, Magen und oberen Dünndarm. Bei diesem Untersuchungsverfahren kann die Schleimhaut des oberen Verdauungstraktes direkt betrachtet werden. Die Untersuchung erfolgt dabei mit Hilfe eines schlauchförmigen, biegsamen Untersuchungsinstruments (Gastroskop) von etwa 6 – 9 mm Durchmesser, an dessen Spitze eine Minikamera angebracht ist. Das Gastroskop wird durch den Mund in die Speiseröhre, den Magen und den Zwölffingerdarm eingeführt. Mit einer winzigen Zange, die durch das Endoskop eingeschoben wird, werden kleine Gewebeproben zur feingeweblichen Untersuchung aus unterschiedlichen Abschnitten des Magens entnommen. Dies verursacht auch ohne Sedierung keine Schmerzen.

Untersuchungsdauer

Ca. 10 – 15 Minuten

Vorbereitung

Für diese Untersuchung müssen Sie nüchtern sein, mindestens 6 Stunden davor dürfen Sie weder feste noch flüssige Nahrung zu sich nehmen. Falls Sie eine Zahnprothese haben, sollten Sie diese vor Beginn der Untersuchung herausnehmen.
Beim Einführen des Gastroskops kann es zu einem Würgereiz kommen, der aber durch eine entsprechende Atemtechnik meist verhindert werden kann. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft. Viele Patienten wünschen dennoch eine "Beruhigungsspritze" (Sedierung). Sie bewirkt, dass der Patient schläfrig wird, einschläft und praktisch keine Belästigung empfindet.

Bitte beachten Sie, dass Sie nach einer Sedierung nicht mehr selbst Autofahren dürfen und bei uns aus der Praxis abgeholt werden müssen!

Therapie

Je nach Krankheitsbefund und Ergebnis der histologischen Untersuchung kommen unterschiedliche medikamentöse Behandlungen in Frage, (Säureblocker, Antazida, Galleblocker, Antibiotika bei Helikobakter pylorii ect.). Sollte sich eine schwerwiegende Erkrankung herausstellen, wird mit Fachärzten anderer Disziplinen kooperiert.

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Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie)

Die Darmspiegelung ist eine der wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen in Hinblick auf Darmkrebs, die ab dem 55. Lebensjahr angeboten wird. Darmkrebs (Kolonkarzinom) gehört zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland.

Pro Jahr erkranken etwa 65.000 Menschen in Deutschland neu an dieser Krebsart. Pro Jahr sterben ca. 25.000 Menschen daran. Durch die verbesserte Vorsorgediagnostik (Vorsorgekoloskopie) konnte die Zahl der Erkrankungen und Sterbefälle in den letzten Jahren leicht gesenkt werden. Darmkrebs in den Anfangsstadien bereitet keinerlei Beschwerden, deshalb wurde ein standardisiertes Vorsorgeprogramm mit regelmäßigen Koloskopien zur Entdeckung von Dickdarmpolypen und –krebs initiiert.

Weitere Indikationen für die Koloskopie sind Beschwerden am unteren Gastrointestinaltrakt, wie Stuhlunregelmäßigkeiten, chronischer Durchfall, Obstipation, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Bauchschmerzen usw. Dahinter können sich viele Erkrankungen der Darmschleimhaut verbergen.
Goldstandart der Diagnostik ist die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie).

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Dabei wird ein biegsamer Schlauch von etwa 1,4 bis 1,6 m Länge über den After in den Darm eingeführt. An der Spitze sitzt eine Videokamera, über deren vermittelte Signale man den Darm wie mit dem normalen Auge betrachten kann. Der Schlauch ist sehr biegsam, seine Spitze extrem abwinkelbar, so dass die Untersuchung in der Regel mühelos bis zum Ende des Dickdarms (Coecumpol) gelingt. Gelegentlich verursacht die Untersuchung leichte Schmerzen, da der Darm in sehr vielen Windungen verläuft und zusätzlich auch Luft insuffliert werden muss. Deshalb wird die Untersuchung in der Regel mit einer Prämedikation durchgeführt (Beruhigungsspritze, Schlafspritze) die zu starker Schläfrigkeit oder Schlaf führt. Während der Untersuchung wird nicht nur der Darm optisch beurteilt, es werden auch bedarfsweise Proben zur geweblichen Feindiagnostik entnommen. Sollten Sie Darmpolypen oder auch nur deren Knospen im Dickdarm haben, so sollten diese unbedingt abgetragen werden, da sich in vielen Fällen „bösartige Polypen" dahinter verbergen die sonst zu Krebs entarten könnten.
In der Regel können die Polypen gleich bei der ersten Darmspiegelung in unserer Praxis entfernt werden. Nur ganz selten, wenn diese Polypen zu groß oder unförmig sind, müssen sie stationär unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen entfernt werden.

Untersuchungsdauer

Die Darmspiegelung selbst dauert in der Regel 20 Minuten, allerdings ist eine Vorbereitungszeit und Nachsorge (Ausschlafen) üblich, so dass Sie insgesamt knapp eine Stunde in der Praxis behandelt werden.

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Vorbereitung

Die Darmspiegelung erfordert einen gründlich gesäuberten Dickdarm, so dass eine ausgiebige Vorbereitung am Vortag erforderlich ist. Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserem Vorbereitungsbogen.
Die Koloskopie ist in der Regel eine diagnostische Maßnahme, die alle Darmerkrankungen erfasst, durch Probeentnahmen kann eine sehr exakte Diagnose gestellt werden, so dass sich daran eine sehr spezifische Therapie anschließen kann.

Therapie

Im Falle von Polypenknospen und Polypen handelt es sich aber auch um eine kurative Maßnahme (Heilung), da die Entfernung der Polypen dazu führt, dass sie sich nicht mehr bösartig entwickeln können. Kontrolluntersuchungen sind allerdings dann in regelmäßigen Abständen erforderlich.
Im Fall von hochgradig bösartigen Polypen oder Darmkrebs werden Sie rasch aufgeklärt und die weitere Behandlung wird dann in der Regel operativ sein (Kooperation mit dem Darmzentrum Neumarkt).


Hämorrhoiden/-Verödung

Hämorrhoiden sind eine ungefährliche, aber sehr lästige Erkrankung des Analkanals. Sie können zu Jucken, Schmerzen oder Blutungen führen. Entsprechende Salben, Cremes oder Zäpfchen können allenfalls die Beschwerden lindern, ermöglichen aber keine Heilung, die oft nur durch einen operativen Eingriff vollzogen werden kann.
In frühen Krankheitsstadien, also Hämorrhoiden Grad I – II kann durch einen minimal invasiven Eingriff, nämlich einer Sklerosierungstherapie, relativ rasch Beschwerdefreiheit erzielt werden.
Während einer Untersuchung mit dem Proktoskop wird durch dieses Gerät hindurch eine geringe Menge eines Sklerosierungsmittels in Nähe der Hämorrhoiden unter die Schleimhaut gespritzt. Prinzipiell ist der Eingriff schmerzfrei. Das Sklerosierungsmittel verursacht eine lokale Entzündungsreaktion, die das Gewebe um die Hämorrhoiden herum vernarben lässt und dadurch die Blutzufuhr stoppt.
Es sind in der Regel mehrere Behandlungssitzungen erforderlich.

Untersuchungsdauer

Nur wenige Minuten

Vorbereitung

Es ist keinerlei Narkose erforderlich, da die Untersuchung weitgehend schmerzfrei ist. Sie sollte mit geleertem Enddarm erfolgen.

Therapie

Sollte dieser kleine therapeutische Eingriff nicht nachhaltig zur Verbesserung der Symptomatik führen, so bietet sich die Gummibandligatur oder ein operativer Eingriff an.


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